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Die Geschichte des Edelstahls

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Die Geschichte des Edelstahls

Edelstahl ist aus der Industrie und unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Das Material wird aufgrund seiner vielen Vorteile geschätzt und vielseitig eingesetzt. Aber seit wann gibt es Edelstahl überhaupt und wer hat ihn erfunden?

Der Ursprung

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Chemieindustrie auf der Suche nach Werkstoffen, die gegenüber erhitzten Gasen und Dämpfen widerstandsfähiger waren als die bisher eingesetzten Materialien. Denn die damals bereits bekannten Nickel- und Chromstähle waren für die steigenden Anforderungen der chemischen Industrie zu korrosionsanfällig und spröde.

Außerdem brauchte man ein Material, das sich leichter verformen und verarbeiten ließ. So arbeiteten Forscher auf der ganzen Welt an der Entwicklung neuer, rostfreier und vor allem wasser- und säurebeständigerer Stahlsorten.

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Die Entdecker

Bereits um 1821 wurde die erste Stahl-Chrom-Legierung von Pierre Berthier veröffentlicht. Sie wies eine bessere Korrosionsbeständigkeit auf, weshalb vor allem in England und Frankreich viele Wissenschaftler weiterforschten. 1872 gelang es den Engländern Clark und Woods, die Wasser- und Säurebeständigkeit einer Legierung deutlich zu verbessern.

Der Franzose Leòn Guillet ebnete 1904 mit Untersuchungen zum Kohlenstoffanteil im Eisen den Weg für weitere Forschungen. Der Physiker Prof. Benno Strauß und sein Mitarbeiter Dr. Eduard Maurer forschten über vier Jahre in den Laboren der Friedrich Krupp AG in Essen. Sie senkten den Kohlenstoffanteil auf unter ein Prozent und kombinierten Chrom und Nickel als Legierungsstoffe.

Anschließend entwickelten sie ein geeignetes Verfahren zur Wärmebehandlung, um Korrosionsverhalten und Festigkeit des Stahls zu verbessern. Mit Erfolg: Am 18. Oktober 1912 erhielten sie das Patent zur „Herstellung von Gegenständen, die hohe Widerstandskraft gegen Korrosion erfordern“. Kurz danach folgte das Patent für die „Herstellung von Gegenständen, die hohe Widerstandsfähigkeit gegen den Angriff durch Säuren und hohe Festigkeit erfordern“.

Die beiden wurden als Väter des Edelstahls bekannt. Doch auch wenn die Entdeckung von Edelstahl Rostfrei der deutschen Firma Krupp zugerechnet wird, gab es ähnliche Entwicklungen in anderen Ländern.

Zum Beispiel entwickelte 1912 in Österreich der Ingenieur Max Mauermann ebenfalls einen rostbeständigen Stahl. 1924 kam es zu einem Patentprozess zwischen Mauermann und dem Stahlkonzern. Der Österreicher gewann, doch erst nach seinem Tod im Jahr 1929 wurde ihm die Ersterfindung von Edelstahl Rostfrei tatsächlich bestätigt.

In Großbritannien gilt Harry Brearley als Erfinder des Edelstahls. Er war Assistent in einem Chemielabor und suchte nach einem neuen Material mit weniger Verschleiß für Schusswaffen. 1913 gelang ihm schließlich die Entwicklung eines rostbeständigen Stahls.

Der Siegeszug

Seit seiner Entdeckung hat der rostfreie Edelstahl einen beeindruckenden Siegeszug hinter sich. Bereits zwei Jahre nach dem ersten Patent gab es 1914 für das breite Publikum eine Edelstahl-Ausstellung in Malmö. 1919 folgte ein weiteres Patent, das den Einsatz von rostfreiem Stahl in der Medizin ermöglichte.

Auch Architekten entdeckten den Werkstoff für sich. Das Chrysler Building in New York City wurde Ende der 1920er Jahre erbaut und erhielt als eines der ersten Gebäude ein Dach aus Edelstahl Rostfrei. 1926 wurde zudem das erste künstliche Gelenk aus dem neuen Material eingesetzt.

Ob in der eigenen Küche oder 1985 in Trinkwassersystemen in Japan: Edelstahl hielt nach und nach Einzug in nahezu alle Lebensbereiche. Auch die Produktionsmengen zeigen den Erfolg des Werkstoffs deutlich. Von 18.000 kg im Jahr 1914 stieg der Bedarf im Folgejahr bereits auf 56 Tonnen.

1950 betrug die weltweite Produktionsmenge 1 Mio. Tonnen. 1987 waren es bereits 8,2 Mio. Tonnen, 2005 dann 24,7 Mio. Tonnen. Im Jahr 2019 wurden weltweit insgesamt 52,2 Mio. Tonnen Edelstahl Rostfrei produziert.

Heute

Seine zeitlose Ästhetik, pflegeleichte Beständigkeit und Funktionalität machen Edelstahl Rostfrei nicht nur zu einem wichtigen Werkstoff in der Industrie, sondern auch zu einem Klassiker moderner Gestaltung.

Um den stetig steigenden Anforderungen unserer Welt zu entsprechen, entstehen ständig neue Sorten des Materials. Momentan sind etwa 120 verschiedene Legierungen bekannt, die je nach Zusammensetzung sehr unterschiedliche Eigenschaften aufweisen.

Die Geschichte des Edelstahls ist also nicht nur sehr erfolgreich und noch recht jung, sondern auch weiterhin in Bewegung. Ein spannender Weg, den wir bei METALXACT weiterverfolgen werden.

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Wichtige Stationen in der Geschichte des Edelstahls

  • 1821: Pierre Berthier veröffentlicht eine frühe Stahl-Chrom-Legierung.
  • 1872: Clark und Woods verbessern die Wasser- und Säurebeständigkeit einer Legierung.
  • 1904: Leòn Guillet liefert wichtige Grundlagen für weitere Forschungen.
  • 1912: Benno Strauß und Eduard Maurer erhalten ein Patent für korrosionsbeständige Stähle.
  • 1913: Harry Brearley entwickelt in Großbritannien einen rostbeständigen Stahl.
  • 1914: Eine Edelstahl-Ausstellung in Malmö macht das Material einem breiteren Publikum bekannt.
  • 1919: Ein weiteres Patent ermöglicht den Einsatz von Edelstahl in der Medizin.
  • 1926: Das erste künstliche Gelenk aus Edelstahl wird eingesetzt.
  • 2019: Weltweit werden 52,2 Mio. Tonnen Edelstahl Rostfrei produziert.

Fazit

Die Geschichte des Edelstahls zeigt, wie stark Forschung, Industrie und praktische Anforderungen die Entwicklung moderner Werkstoffe geprägt haben. Aus dem Wunsch nach korrosionsbeständigeren, widerstandsfähigeren und besser verarbeitbaren Stahlsorten entstand ein Material, das heute weltweit unverzichtbar ist.

Edelstahl wird in der Industrie, Architektur, Medizin, im Haushalt und in zahlreichen technischen Anwendungen eingesetzt. Seine Beständigkeit, Hygiene, Langlebigkeit und vielseitige Verarbeitbarkeit machen ihn zu einem der wichtigsten Metallwerkstoffe unserer Zeit.

Häufige Fragen zur Geschichte des Edelstahls

Seit wann gibt es Edelstahl?

Die Entwicklung moderner rostfreier Edelstähle begann Anfang des 20. Jahrhunderts. Entscheidende Patente wurden ab 1912 angemeldet.

Wer hat Edelstahl erfunden?

In Deutschland gelten Benno Strauß und Eduard Maurer als wichtige Wegbereiter des rostfreien Edelstahls. International werden auch Max Mauermann und Harry Brearley mit der Entwicklung rostbeständiger Stähle verbunden.

Warum war Edelstahl eine wichtige Erfindung?

Edelstahl verband hohe Korrosionsbeständigkeit mit Festigkeit, Verarbeitbarkeit und Langlebigkeit. Dadurch wurde das Material für Industrie, Architektur, Medizin, Haushalt und Technik besonders wertvoll.

Welche Rolle spielten Chrom und Nickel bei Edelstahl?

Chrom verbessert die Korrosionsbeständigkeit, weil es eine schützende Oxidschicht bildet. Nickel kann die Verformbarkeit, Zähigkeit und Beständigkeit bestimmter Edelstähle zusätzlich verbessern.

Warum ist Edelstahl heute so verbreitet?

Edelstahl ist langlebig, hygienisch, pflegeleicht, korrosionsbeständig und vielseitig einsetzbar. Deshalb wird er in Industrie, Bauwesen, Medizin, Küchen, Architektur und vielen technischen Anwendungen verwendet.

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